Justizsenator Thomas Heilmann

JUSTIZSENATOR THOMAS HEILMANN PRÄSENTIERT PILOTPROJEKT.

Bundesweit einmalig: Mediationskostenhilfe in Berlin

 

Wenn sich Paare trennen, leiden oft auch die Kinder darunter. Damit nach dem Auseinandergehen der Eltern die Konflikte nicht weiterschwelen, braucht es einvernehmliche Lösungen. Berlin will Finanzhilfen zahlen, wenn Eltern ihre Probleme ohne Gericht klären. 

 

Berlin (dpa/bb) - Mit einem Pilotprojekt soll erkundet werden, wie sich Familienstreitigkeiten in Berlin ohne Gerichtsurteil klären lassen. Anliegen sei, mit einer Mediation einen aufreibenden und teuren Rosenkrieg bei der Trennung von Paaren zu vermeiden, sagte Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) der Deutschen Presse-Agentur. Es sei besser, in Gesprächen mit professioneller Unterstützung gerade einvernehmliche Lösungen zum Wohle betroffener Kinder zu finden. 

 

In Berlin sollen nun Familien mit wenig Einkommen finanzielle Hilfen erhalten, wenn sie sich für diese Alternative entscheiden. Dafür stehen in diesem Jahr 100 000 Euro bereit, 2017 ist dieselbe Summe eingeplant. Die Mediationskostenhilfe sei bislang bundesweit einmalig, betonte Heilmann. Mediation kommt aus dem Lateinischen und heißt Vermittlung.

 

Derzeit landen bei den Berliner Familiengerichten im Jahr rund 9000 Verfahren, in denen es allein um das Sorge- oder Umgangsrecht geht. Ein Großteil der Streitparteien erhält hier Prozesskostenhilfe. 

Schwelende Grundkonflikte oder emotionale Verwerfungen bei den Eltern ließen sich aber kaum durch Gerichtsentscheide klären, sagte der Senator. Oft gebe es nach einem Urteil neue Konflikte und Verfahren. Eine professionelle Mediation biete hingegen die Chance, die Situation auf lange Sicht zu beruhigen. 

Zunächst schlage das Gericht dem Paar vor, die strittigen Fragen in einer Mediation zu lösen, unterstrich Heilmann. Wenn Bereitschaft signalisiert werde, übernehme eine Arbeitsgemeinschaft aus erfahrenen Mediatoren, Anwälten und Psychologen als Projektträger die Gespräche. Pro Fall seien etwa zehn Gespräche geplant.

 

Berlin, den 28.02.2016