Für Eltern

Gerichtsverfahren

Sie sind Verfahrensbeteiligte vor dem Familiengericht und streiten zur Zeit um die elterliche Sorge und/oder Umgangsrecht Ihres Kindes oder Ihrer Kinder. Sie haben für das gerichtliche Verfahren Verfahrenskostenhilfe beantragt und diese vom Gericht durch einen entsprechenden Beschluss bewilligt bekommen. Wenn Sie und der andere Elternteil sich entscheiden, das Angebot einer kostenlosen Mediation bei BIGFAM wahrzunehmen, ruht das rechtshängige Gerichtsverfahren. 

 

Wechsel in die Mediation

Wir wollen Sie ermutigen, über die strittigen Fragen, die Ihr gemeinsames Kind bzw. Ihre gemeinsamen Kinder betreffen, und ggf. über weitere mit der Trennung und Scheidung verbundene Konfliktthemen ( z.B. Unterhalts-, Güterechts-, Ehewohnungs- und Haushaltssachen) wieder konstruktiv miteinander ins Gespräch zu kommen. Die Mediator_innen werden Sie dabei unterstützen eine auf Sie und Ihre persönliche (Familien-) Situation zugeschnittene Lösung zu finden. 

Langjährige Erfahrungen zeigen, dass die Eltern selbst die Experten für ihre sowie die Bedürfnisse ihrer Kinder sind und als solche eigenverantwortlich eine gute Lösung für die entstandenen Konflikte in der Familie erarbeiten können. Mediator_innen haben daher auch keine Entscheidungskompetenz. Sie unterstützen die Erarbeitung der Lösungen, indem sie eine konstruktive Gesprächsatmosphäre schaffen und  inhalts- und ergebnisoffen sowie lösungsorientiert das Verfahren begleiten. Dabei sind die Mediator_innen allparteilich, d.h. sie versuchen beide Elternteile gleichermaßen zu verstehen, ohne Partei für den einen oder anderen zu ergreifen.

Das Mediationsverfahren wird von einer Mediatorin und einem Mediator im Rahmen einer Co-Mediation durchgeführt. Die Mediatoren haben  je einen juristischen und einen psychosozialen Grundberuf. 

 

Das Mediationsverfahren

Mediation ist ein vertrauliches Verfahren. Vertraulichkeit ist einer der zentralen Grundsätze des Mediationsverfahrens, denn ohne sie ist ein offenes Gespräch zwischen Ihnen und dem anderen Elternteil oft nicht möglich. Deshalb wird im Arbeitsbündnis, das die Arbeitsgrundlage für das Mediationsverfahren ist, die Vertraulichkeit vereinbart. Die Mediator_innen unterliegen der Schweigepflicht und haben ein Zeugnisverweigerungsrecht. 

Das Mediationsverfahren hat keine standardisierte Dauer. Jede Konfliktsituation ist individuell und bedarf zu ihrer Klärung unterschiedlich viel Zeit. Durchschnittlich kann erfahrungsgemäß von 4 bis 10 Sitzungen á 60 Minuten ausgegangen werden.

 

Rolle der Anwälte

Sie können (und sollen) während des Mediationsverfahrens juristischen Rat und anwaltliche Beratung für die eigenen Interessen einholen.  Bei den einzelnen Gesprächen wird Ihr Anwalt in der Regel aber nicht dabei sein.

 

Abschluss des Verfahrens 

Angestrebt wird eine einvernehmliche Lösung, die vom Gericht in einem Vergleich verbindlich protokolliert werden kann. Damit kann eine Vereinbarung ebenso bindend (gemacht) werden, wie ein im gerichtlichen Verfahren getroffener Vergleich oder eine streitige gerichtliche Entscheidung.

Wird in der Mediation keine (vollständige) Lösung erarbeitet, kann das Gerichtsverfahren wieder aufgenommen werden.

 

Evaluation

Die Mediationen werden mit öffentlichen Mitteln durch die Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz finanziert. Das Modellprojekt „Berliner Initiative Geförderte Familienmediation“ (BIGFAM) wird wissenschaftlich von einem Institut für Konfliktforschung begleitet und die Ergebnisse werden ausgewertet. Mit der Teilnahme an dem Projekt werden Sie daher gebeten, nach Abschluss der Mediation einen kurzen Fragebogen auszufüllen und kostenfrei an das Institut  zurückzusenden. Ihre Angaben werden dabei natürlich absolut vertraulich und anonym behandelt.